Heute stand ich an der Bushaltestelle. Dort saß eine hochschwangere Frau, die genüsslich an ihrer Zigarette zog. Zur ihr gehört zwei andere, doch sehr adipöse Damen.
Rauchen und Schwangerschaft - da braucht man nicht zu studieren, um zu wissen, dass das unverantwortlich einem ungeborenen Leben ist. Ich überlegte und wusste, dass es keinen Sinn machen würde, sie darauf anzusprechen, aber tatenlos und kopfschüttelnd daneben zu stehen, empfand ich als noch schlimmer.
Also ging ich auf sie zu und sprach sie darauf an. Sie reagierte sehr gereizt und fauchte mich in einem aggressiven Ton an.
Boooah... wenn sie solche Leute schon sehen würde! Das sei ihr Kind und das Kind sei gesund, sogar sehr gesund! Und überhaupt, ihre Frauenärztin hätte ihr das Rauchen erlaubt! Sie hätte schon drei Kinder, sie wüsste, was sie mache und es sei IHR Kind! Sie kann damit machen, was sie will.
Oha. Ich war doch erstaunt und schockiert über diese vehement verteidigte Einstellung und ihr dazugehöriges Gehabe, dass sie eigentlich im Recht sei. Ein neues Leben beginnt - und man verfügt darüber wie über ein Besitztum? Sicherlich, im Körper der Frau trägt sie eine große Verantwortung, aber befähigt das denn auch dazu, mit dem Kind - oder einfach "damit" - alles zu machen, was einem in den Sinn kommt?
Kann man das dann darauf ausweiten: Ich habe Leben geschenkt, ich kann es auch jederzeit wieder nehmen?
Donnerstag, 19. Juni 2008
Sonntag, 15. Juni 2008
Tiermedizin
Gerade komme ich von einem Stufentreffen. Eine ehemalige Schulfreundin studiert nun Tiermedizin in Hannover und wir haben uns natürlich kräftig ausgetauscht. Vieles in unseren Curricula ist erschreckend ähnlich. Schön finde ich es aber, dass sich Humanmediziner nicht auch noch um Pharmazie kümmern müssen - dafür haben wir ja später Pharmazeuten. In der Tiermedizin gibt es das ja nicht. So brauchte sie auch zwei Semester, um ihren Chemie-Schein zu bekommen... Wenn ich an das Chemie-Praktikum aus unserem ersten Semester zurückdenke, bin ich sehr froh, dass der Schrecken nach einem Semester vorbei war. Nicht, dass Chemie uninteressant oder zu schwer wäre; die Atmosphäre mit den (meisten) Chemikern war einfach alles andere als angenehm. Woran auch immer es lag - es scheint schon immer so gewesen zu sein. Wie dem auch sei, an diesem Abend hab ich das Gefühl bekommen, dass Tiermedizin inhaltlich ein noch umfangreicheres Studium ist als Humanmedizin. Und zum Schluss darf man nur Tiere behandeln... ist doch alles für die Katz'!!
Freitag, 13. Juni 2008
"Zu meiner Zeit...!"
Neulich beim Grillen:
ich kam direkt von der Uni und hatte noch allerhand Aufzeichnungen und Notizen dabei - die natürlich dazu gebraucht wurden, um dem Grill ein wenig Luft zu zufächeln, schließlich hatten wir Hunger. Ein Bekannter schaute dabei mal in den Block hinein. Es war alles Mögliche drin: Physiologieaufzeichnungen von der Vorlesung, einige Biochemie-Reaktionswege, Psychologie-Fragen und eben auch ein paar Wörtchen zum Thema Histologie.
Er schaut hinein, stutzt, lacht: "Histologie?? Zu meiner Zeit hieß das noch Geschichte!"
Zur Info: er hat gerade Abitur gemacht.
ich kam direkt von der Uni und hatte noch allerhand Aufzeichnungen und Notizen dabei - die natürlich dazu gebraucht wurden, um dem Grill ein wenig Luft zu zufächeln, schließlich hatten wir Hunger. Ein Bekannter schaute dabei mal in den Block hinein. Es war alles Mögliche drin: Physiologieaufzeichnungen von der Vorlesung, einige Biochemie-Reaktionswege, Psychologie-Fragen und eben auch ein paar Wörtchen zum Thema Histologie.
Er schaut hinein, stutzt, lacht: "Histologie?? Zu meiner Zeit hieß das noch Geschichte!"
Zur Info: er hat gerade Abitur gemacht.
Mittwoch, 11. Juni 2008
Ich bekomme einen Plan =)
Nach einigen Wochen Sich-Erschlagen-lassen-von-Histologie habe ich nun langsam den Eindruck bekommen, dass ich in dem Fach nun einen Durchblick bekomme. Und es fängt tatsächlich an, Spaß zu machen. Man schaut durchs Mikroskop, erkennt hier und da bekannte Strukturen, kann immerhin Arterien von Venen unterscheiden. Okay... natürlich muss man immer noch gut vorher einlesen, um dann auch tatsächlich alles zu sehen und dem Vortrag folgen zu können. Aber zugegebenermaßen macht es doch Spaß. Jetzt kann man nur noch hoffen, dass das Lernen für die Klausur genauso viel Spaß macht, denn in wenigen Wochen steht diese vor der Tür!
Donnerstag, 22. Mai 2008
Gejammere bei Histo
"Was hast Du jetzt gleich?"
- "Histo-Kurs"
"OH NEIN..."
Eine typische Konversation auf dem Flur. Obwohl ich persönlich Histologie echt interessant finde, kann ich die obige Reaktion gut nachvollziehen. Vielleicht liegt es an dem unendlichen Stoff, vielleicht liegt es an oft unstrukturierten Büchern (sowas in einem Fach, das nur von der Strukturierung der Materie lebt), vielleicht auch an dem etwas unglücklich gestalteten Histologie-Kurs. Ich weiß es nicht.
Allerdings spürt man beim Lernen schon deutlich, wie einen der Stoff erschlägt. Dann werde ich mich nun weiter erschlagen lassen!
- "Histo-Kurs"
"OH NEIN..."
Eine typische Konversation auf dem Flur. Obwohl ich persönlich Histologie echt interessant finde, kann ich die obige Reaktion gut nachvollziehen. Vielleicht liegt es an dem unendlichen Stoff, vielleicht liegt es an oft unstrukturierten Büchern (sowas in einem Fach, das nur von der Strukturierung der Materie lebt), vielleicht auch an dem etwas unglücklich gestalteten Histologie-Kurs. Ich weiß es nicht.
Allerdings spürt man beim Lernen schon deutlich, wie einen der Stoff erschlägt. Dann werde ich mich nun weiter erschlagen lassen!
Dienstag, 6. Mai 2008
Prof. Goody
Kein Scherz, so heißt unser Professor wirklich, der zur Zeit unsere Biochemie I-Vorlesung hält: Professor Goody.
Aber Spaß beiseite: Prof. Rassow, der bisher die Vorlesung hielt und uns in die Geheimnisse sämtlicher molekularer Vorgänge an der DNA einweihte, brachte uns den nötigen Respekt vor Prof. Goody bei. Dieser ist nämlich Leiter des Max-Planck-Instituts in Dortmund. Er schärfte uns ein, dass wir einen wirklichen Glücksfall hätten, bei einem solchen Dozenten in der Vorlesung sitzen zu dürfen, da solche Forscher normalerweise davon befreit wären, im "Hörsaal herumzustehen" - wie Prof. Rassow es nannte. Es wäre uns eine große Ehre, da man im normalen Leben nur vor "solch kleinen unbedeutenden Professoren wie ihm" (Zitat!!) eine Vorlesung hätte.
An dieser Stelle ein großes Dankeschön an den "unbedeutenden" Prof. Rassow, der wirklich sehr gut und anschaulich erklären konnte. Er ist schon eigenartig, denn in einem so großen Hörsaal aufs Mikrophon zu verzichten, ist wirklich anders! Zusätzlich keine PowerPoint-Präsentation zu haben, ist noch andersartiger und dann auch noch wirklich ALLES an die TAFEL zu schreiben ist wirklich - WOW! Für einen Leser, der ihn nicht erlebt hat, klingt das alles wahnsinnig altmodisch. Doch didaktische Kunst macht sich offenbar nichts aus technischem Firlefanz: Prof. Rassow war bisher wirklich der mit Abstand beste Professor in einer Vorlesung.
Zurück zu Prof. Goody. Klar, nach der ersten Vorlesung kann man nicht viel sagen. Aber eine Sache mag ich schon niederschreiben: ich bin gespannt, wie er uns die Proteine näherbringt!
Aber Spaß beiseite: Prof. Rassow, der bisher die Vorlesung hielt und uns in die Geheimnisse sämtlicher molekularer Vorgänge an der DNA einweihte, brachte uns den nötigen Respekt vor Prof. Goody bei. Dieser ist nämlich Leiter des Max-Planck-Instituts in Dortmund. Er schärfte uns ein, dass wir einen wirklichen Glücksfall hätten, bei einem solchen Dozenten in der Vorlesung sitzen zu dürfen, da solche Forscher normalerweise davon befreit wären, im "Hörsaal herumzustehen" - wie Prof. Rassow es nannte. Es wäre uns eine große Ehre, da man im normalen Leben nur vor "solch kleinen unbedeutenden Professoren wie ihm" (Zitat!!) eine Vorlesung hätte.
An dieser Stelle ein großes Dankeschön an den "unbedeutenden" Prof. Rassow, der wirklich sehr gut und anschaulich erklären konnte. Er ist schon eigenartig, denn in einem so großen Hörsaal aufs Mikrophon zu verzichten, ist wirklich anders! Zusätzlich keine PowerPoint-Präsentation zu haben, ist noch andersartiger und dann auch noch wirklich ALLES an die TAFEL zu schreiben ist wirklich - WOW! Für einen Leser, der ihn nicht erlebt hat, klingt das alles wahnsinnig altmodisch. Doch didaktische Kunst macht sich offenbar nichts aus technischem Firlefanz: Prof. Rassow war bisher wirklich der mit Abstand beste Professor in einer Vorlesung.
Zurück zu Prof. Goody. Klar, nach der ersten Vorlesung kann man nicht viel sagen. Aber eine Sache mag ich schon niederschreiben: ich bin gespannt, wie er uns die Proteine näherbringt!
Samstag, 3. Mai 2008
Meiose - Mitose
Heute habe ich einfach mal wieder ein paar Sachen wiederholt: Embryologie, Meiose, Mitose und tralala! Meine Güte, wie schnell man vergisst.
Aber erneut hatte ich das Gefühl: das, was wirklich in Medizin zu lernen ist, sind im Grunde genommen tausende Definitionen, Abkürzungen, Zusammenhänge. Da kann man schon mal vergessen, worum es eigentlich geht. Vor lauter Unterteilungen der ganzen Zellzyklusvorgänge in griechische Fachwörter kann man echt durcheinander kommen. So ganz haben die Profs nicht recht, wenn sie predigen: reines Auswendiglernen bringt's nicht, man muss es auch verstehen. Klar, verstehen ist schon eine nette Sache, damit man sich's merken kann. Aber um überhaupt zum Verstehen zu kommen, muss man doch eine ganze Menge sich erst merken!!
Oder mache ich etwas falsch...?
Aber erneut hatte ich das Gefühl: das, was wirklich in Medizin zu lernen ist, sind im Grunde genommen tausende Definitionen, Abkürzungen, Zusammenhänge. Da kann man schon mal vergessen, worum es eigentlich geht. Vor lauter Unterteilungen der ganzen Zellzyklusvorgänge in griechische Fachwörter kann man echt durcheinander kommen. So ganz haben die Profs nicht recht, wenn sie predigen: reines Auswendiglernen bringt's nicht, man muss es auch verstehen. Klar, verstehen ist schon eine nette Sache, damit man sich's merken kann. Aber um überhaupt zum Verstehen zu kommen, muss man doch eine ganze Menge sich erst merken!!
Oder mache ich etwas falsch...?
Abonnieren
Posts (Atom)